Kaori vernahm einen sonderbaren Geruch. Sie konnte weder das Gefühl deuten, das er in ihr auslöste, noch vermochte sie fest zu stellen, um was es sich dabei handeln mochte.
Ehe sie darüber nachdenken konnte, fand sie sich in einem langen Gang wieder. An den Wänden hingen Fakeln und eine steinerne Treppe, die immer tiefer in das Gebäude zu führen schien, tauchte plötzlich am Ende des Flures auf.
Kaori wusste nicht wo sie war, die Orientierung hatte sie schon lange verloren. Nichts in diesem Gang kam ihr auch nur halbwegs vertraut vor aber das interessierte sie auch nicht weiter. Wie in Trancé lief sie einfach weiter, Stufe für Stufe abwärts.
Die Fackelreihen verschwanden von den Wänden, je tiefer sie stieg. Schließlich lief sie die Stufen in kompletter Finsternis umhüllt hinab, zielsicher, als wüsste sie genau, was sie zu suchen hatte und wo es sich befinden würde.
Schließlich blieb sie stehen.
Am Ende der Treppe war ein vier Meter hohes Tor. Es schimmerte leicht silbern, auch wenn von nirgendwo Licht in die Dunkelheit fiel. Doch als Kaori ihre Hände schon nach der Türklinge ausstreckte, verschwand diese plötzlich.
Kaori saß auf ihrem Bett, die Hand ins Nichts ausgestreckt. Sie war schweiß gebadet und konnte zuerst nicht sagen, wo sie war und was sie tat. Ein Blick aus dem Fenster verriet ihr nur, dass es immer noch Nacht war. Und ein dumpfes Gefühl in ihrer Magengegend und ein merkwürdiger Geschmack im Mund verrierten ihr, dass etwas ganz und gar nicht in Ordnung war.